Neue Regeln für die Hauptuntersuchung

Keine Rückdatierung mehr bei Überziehung: Wer sein Auto zu spät zur Hauptuntersuchung (HU) bringt, muss nicht mehr mit Rückdatierung rechnen – ABER mehr zahlen, denn: Das Fahrzeug wird aber bei einer Überziehung des Untersuchungstermins von mehr als zwei Monaten einer "Ergänzungs- untersuchung" unterzogen – für die auch höhere Gebühren (plus 20 %) anfallen. Im Gegenzug gilt die Plakette nach bestandener Hauptuntersuchung grundsätzlich immer 24 Monate.

Kurze Probefahrt bei der Hauptuntersuchung: Dabei wird das Fahrzeug auf mindestens 8 km/h beschleunigt, das Lenkrad in beide Richtungen eingeschlagen und auch mal auf die Bremse getreten, um Mängel an Fahrwerksteilen und an sicherheitsrelevanten elektronischen Systemen wie ABS oder ESP besser erkennen zu können. Die Probefahrt stellt sicher, dass die Assistenzsysteme des Fahrzeugs aktiviert sind und ansprechen.

Effizientere Prüfung von Bordelektronik und Sicherheitssystemen:

Funktionsbereitschaft oder Fehlermeldungen von ESP, ABS und Airbags werden mit einem so genannten HU-Adapter, mit dem die Prüfer an die OBD-Schnittstelle (On Board Diagnose) des Fahrzeugs andocken, ausgelesen.

Einheitlicher Untersuchungsbereicht: Der Mängelbericht wird transparenter, da alle Prüforganisationen die gleichen Mängelbeschreibungen verwenden.

Schärfere Einstufung kleinerer Mängel: Defekte an Leuchten und Scheinwerfern werden z. B. deutlich strenger eingestuft als bisher – besser vor der Vorführung selbst prüfen und gegebenenfalls beheben lassen!

Warndreieck und Verbandskasten werden kontrolliert: Nichtvorhandensein oder abgelaufene Haltbarkeit werden immerhin als „Geringer Mangel“ auf dem Untersuchungsbericht vermerkt.
Unterschiedliche Umweltverträglichkeitsüberprüfung:
  • Pkw und Wohnmobile (EZ vor 1.1.2006) - Sichtprüfung und Abgasmessung.
  • bei ab 2006 neu zugelassenen Kfz mit On-Board-Diagnose-System (OBD) genügt zunächst das Auslesen und Checken der gespeicherten Abgasdaten - sofern unauffällig.
  • Krafträder (sofern mit amtl. Kennzeichen) müssen ebenfalls alle einer Untersuchung des Abgassystems unterzogen werden – außer EZ vor 1989.

Prüfbericht nicht vergessen: Werden Mängel am Fahrzeug festgestellt, die eine Nachprüfung erfordern, gilt dafür eine Nachfrist von einem Monat. Allerdings bleibt die alte Plakette: Um bei Verkehrskontrollen die gewährte Nachfrist belegen zu können, sollte der HU-Prüfbericht in dieser Zeit mit an Bord sein.

*Vorsicht: Eine Überziehung der Plaketten-Laufzeit um mehr als zwei Monate wird weiterhin mit einem Bußgeld geahndet! Bei einem Unfall droht zudem der Verlust des Versicherungsschutzes!

 
TIPP
: Auch wenn die Prüforganisationen einhellig betonen, dass die Preise im Großen und Ganzen stabil bleiben – so lohnt sich nach Recherchen von Verbraucherorganisationen der Preisvergleich: Demnach kostet die komplette Hauptuntersuchung bei DEKRA, GTÜ, KÜS oder TÜV für einen benzinbetriebenen Pkw (EZ vor 2006) zwischen 75 und 110 Euro – je nach Organisation oder Sitz der Prüfstelle.
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