Führerschein weg bei Amphetamin

Das Verwaltungsgericht Neustadt hat entschieden, dass die Entziehung der Fahrerlaubnis auch dann rechtmäßig ist, wenn bei einem Fahrerlaubnis­inhaber nur ein geringer Amphetaminwert im Blut festgestellt wurde.

Im Fall wurde der Betroffene bei einer Fahrt mit dem Motorrad durch die Polizei kontrolliert. Wegen des Verdachts auf Drogenkonsum wurde eine Blutprobe veranlasst. Im toxikologischen Gutachten wurde eine Konzentration von 0,018 mg/L Amphetamin im Blut festgestellt.

Der Gutachter führte aus, dass eine Restwirkung der Droge nicht auszuschließen sei. Es sei aber zu berücksichtigen, dass es gerade in der Abklingphase zu schweren Erschöpfungszuständen kommen könne. Dadurch sei die persönliche Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt.

Behörde entzieht Fahrerlaubnis

Die Fahrerlaubnisbehörde des zuständigen Landkreises entzog die Fahrerlaubnis mit der Begründung, der Antragsteller sei wegen des Konsums der Droge Amphetamin ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen.

Dagegen erhob dieser Widerspruch. Er habe sich auf einem Festival verleiten lassen, an einer „Linie" Amphetamin kurz zu ziehen. Weil die Droge innerhalb von maximal drei Tagen abgebaut sei, sei er in diesem Zeitraum nicht gefahren.

Amphetaminkonzentration im Blut nicht entscheidend

Sein Antrag wurde vom Verwaltungsgericht abgelehnt. In dem Beschluss heißt es, dass „bereits die einmalige Einnahme der ‚harten Droge‘ Amphetamin die Ungeeignetheit zum Führen eines Kraftfahrzeuges im öffentlichen Straßenverkehr begründet, auch wenn der Betreffende gar nicht unter dem Einfluss der Droge gefahren ist.“

Das folge aus der gesteigerten Gefährlichkeit der Droge, wie sie im toxikologischen Gutachten beschrieben werde. Es komme deshalb nicht darauf an, welche Amphetaminkonzentration im Blut des Antragstellers nachgewiesen worden sei.

 

Verwaltungsgericht Neustadt

Aktenzeichen 1 L 269/16.NW 

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