Fahrerflucht wird zum Volkssport

In einer repräsentativen Umfrage des Forschungsinstituts Infratest Dimap im Auftrag des NDR-Politikmagazins „Panorama 3“ hat fast jeder zweite Autofahrer angegeben, schon einmal Opfer einer Unfallflucht geworden zu sein.

„Fahrerflucht wird offenbar zum Volkssport“, schreibt der NDR in einer Pressemitteilung. Konkret waren 45 Prozent der Autofahrer nach eigenen Angaben bereits in einen Unfall verwickelt, bei dem sich der Unfallgegner unerlaubt vom Ort des Geschehens entfernte. 13 Prozent der Befragten räumten ein, selbst einen Unfall verursacht zu haben und dann weggefahren zu sein.

In fast allen norddeutschen Bundesländern (dem Sendegebiet des NDR) nehme die Zahl der Fahrerfluchten zu, schreibt der Sender. In Niedersachsen stieg die Zahl zwischen 2010 und 2015 um 14 Prozent auf rund 47.500 Fälle pro Jahr. In Hamburg zählten die Behörden im Jahr 2015 fast 18.000 Fahrerfluchten. Das entspreche einem Zuwachs von 8,6 Prozentpunkten im Vergleich zu 2010. In Schleswig-Holstein lag die Zahl bei rund 19.000 Fällen – eine Zunahme von 2,5 Prozentpunkten im Vergleich zu 2010. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern sind die Zahlen im Vergleichszeitraum von 2010 bis 2015 mit 0,9 Prozentpunkten rückläufig. Zuletzt wurden dort nach Senderangaben 10.666 Fälle von Fahrerflucht aktenkundig.

Meist geht es um Bagatell-Delikte – etwa Parkrempler. Aber nicht immer: Die Zahl der Fahrerfluchten, bei denen Menschen zu Schaden kamen, sei „erschreckend hoch“, so der NDR. In Niedersachsen wurden 2015 rund 2.700 Menschen bei Unfällen verletzt, in denen sich der Unfallgegner unerlaubt entfernte. In Hamburg und Schleswig-Holstein wurden im gleichen Zeitraum rund 1.000 solcher Fälle von Fahrerfluchten gezählt. 

 

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