Prüfung

Für fast alle Führerscheinklassen gibt es eine theoretische und ein praktische Prüfung. Die Fahrschule bereitet euch darauf vor und steht gerade dann ganz nah an eurer Seite. Ab jetzt spielt nämlich der Faktor Nerven eine nicht unerhebliche Rolle. Deshalb geht man die letzten Schritte am besten "Seite an Seite"

 

 

Die Theoretische Prüfung

 

Gut gelernt ist schon fast bestanden, denn die theoretische Prüfung besteht aus exakt denselben Fragen, die Sie schon vom Übungsbogen kennen. Sie funktioniert nach dem »Kreuzchen-Prinzip« (Multiple Choice), d.h. man kreuzt die richtigen Antworten an und trägt ab und zu eine Zahl als richtige Antwort ein. Ab Januar 2009 ist in Hessen die Papierform (Fragebögen) "out" die Theorieprüfung kann nur noch am PC (beim TÜV) abgelegt werden. Die Fragen haben eine bestimmte Fehler-Wertigkeit (2 bis 5 Fehlerpunkte), und mit maximal 10 Fehlerpunkten aus 30 Fragen hat man bestanden - wenn es keine zwei Fünfer-Fragen sind... dann ist man nämlich auch mit 10 Fehlern durchgefallen !

Der PC-Fragenkatalog enthält genau dieselben Fragen wie die Fahrschul-Übungsbögen. Natürlich können die Fragen in der Prüfung anders »gemixt« sein.

Die Prüfungen werden von einem amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer abgenommen. Prüforganisationen sind, je nach Standort, TÜV oder DEKRA.

Ein Fahrschüler kann die theoretische Prüfung erst ablegen (frühestens drei Monate vor dem Erreichen des Mindestalters), wenn er

  • mindestens den vorgeschriebenen theoretischen Unterricht komplett besucht hat und die Fahrschule davon überzeugt ist, dass er die nötigen Kenntnisse besitzt,
  • die Fahrschule ihm darüber eine Ausbildungsbescheinigung ausgestellt hat,
  • und der amtliche Prüfauftrag inzwischen bei der Prüfstelle TÜV oder DEKRA angekommen ist.

Bei der PC-Prüfung werden, außer Deutsch, die Fragen in 11 ausländischen Sprachen angeboten. Einen Sprachtest muss man deswegen nicht machen (den gibt es nicht mehr). Prüfungen mit Dolmetscher werden  nicht mehr durchgeführt. Mehr Infos darüber in der Fahrschule.

Eine nicht bestandene theoretische Prüfung kann frühestens nach zwei Wochen wiederholt werden. Nach 3 nicht bestandenen Prüfungen soll eine Denk-und Lernpause eingelegt werden.

 

 

Die Praktische Prüfung (Fahrprüfung)

 

Die Fahrprüfung kann nach bestandener theoretischer Prüfung (und frühestens einen Monat vor Erreichen des Mindestalters) abgelegt werden, wenn der Bewerber durch seine Ausbildung in der Lage ist, die Prüfung zu bestehen (darüber entscheidet der Fahrlehrer), sowie alle vorgeschriebenen Ausbildungsfahrten durchgeführt wurden. 

 

Was wird geprüft?

  • Die Fähigkeit zum sicheren Führen eines Kraftfahrzeuges
  • Kenntnis und Anwendung der Verkehrsregeln
  • die nötigen technischen Kenntnisse (das gilt besonders für die LKW- und Busklassen, aber seit 1999 auch für die Klasse B (PKW).
  • die Anwendung einer umweltbewussten Fahrweise

Die Prüfung umfasst nicht nur den Stadtverkehr, sondern auch Landstraße und Kraftfahrtstraße bzw: Autobahn (außer Klassen AM und T). Es gibt aber keine festgelegten Prüfungsstrecken.

 

Wie lange dauert die Fahrprüfung?

Klasse A, A2

60 min

Klasse A1,AM B, BE

45 min

 

 

Wann und wie oft darf man eine Prüfung wiederholen?

Eine nicht bestandene Prüfung darf man erst nach 14 Tagen wiederholen. Inzwischen muss ausreichend »nachgeschult« werden. Wie bei der Theorieprüfung soll auch hier nach 3 nicht bestandenen Prüfungen eine Denk-und Lernpause eingelegt werden.

Die Anzahl der Wiederholungen ist nicht begrenzt (abgesehen davon, dass der Führerscheinantrag nach einem Jahr vom Straßenverkehrsamt eingezogen wird und dann wieder neu gestellt werden muss, außerdem gilt die bestandene theoretische Prüfung auch nur ein Jahr lang).

 

Was ist mit den übrigen Klassen?

Für die Klasse L muss man keine Fahrprüfung machen. Das gleiche gilt für die Prüfungsbescheinigung zum Führen von Mofas.

 

Die Prüfbescheinigung für Mofas

Sie ist im eigentlichen Sinne kein Führerschein, wird aber der Vollständigkeit halber hier mit aufgeführt. Die Ausbildung zur Mofa-Prüfbescheinigung findet bei uns in der Fahrschule statt. Die Ausbildung besteht aus Theorie und Praxis. Neben 6 Doppelstunden Fahrzeugspezifischem Theorieunterricht wird in der Praxis 90 Minuten Fahrunterricht durchgeführt.

Mindestalter

15 Jahre

Voraussetzungen

Die MOFA-Prüfbescheinigung kann jeder erwerben

Fahrzeuge

MOFA (Fahrräder mit Hilfsmotor mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h und einem Hubraum von nicht mehr als 50 ccm)

Befristung

Die MOFA-Prüfbescheinigung ist unbefristet gültig

Einschluss

Die MOFA-Prüfbescheinigung schließt keine anderen Berechtigungen ein

Sonstiges

Personen, die vor dem 1.4.1965 geboren sind, benötigen keine MOFA-Prüfbescheinigung, stattdessen muss u.a. der Personalausweis mitgeführt werden

Hast Du die Ausbildung absolviert, stellt Dir die Fahrschule eine Bescheinigung darüber aus. Mit dieser Bescheinigung wirst Du dann zur Mofa-Prüfung zugelassen. Die Prüfung darf beliebig oft wiederholt werden.


Ein Leitspruch für die praktische Prüfung:

Nur nicht bange machen lassen !

Prüfungsanforderungen

Sie werden nicht von An - oder Aussehen des Prüflings bestimmt, sondern von seitenlangen Prüfungsrichtlinien, die für alle Bewerber Chancengleichheit und eine möglichst objektive Prüfung gewährleisten sollen.

Diese Forderung muss auch der Fahrlehrer beachten, wenn er Ärger vermeiden will. Wir haben es also nicht mit Willkür, Launen oder Schikanen zu tun, sondern mit einem System von Abhängigkeiten. Allerdings: am untersten Ende dieser Hackordnung hockt der Schüler.

Vor allem eines ist nötig: Geduld! Mit Gewalt ist nichts zu machen, auch nicht mit eigensinnigem Beharren auf Prüfung. Sinnvoller ist das Zurückschrauben der Anforderungen, um Selbstvertrauen und die nötige Sicherheit zu gewinnen.
Bedenken Sie: der Lehrer kann Ihnen zwar raten und Erfahrungen vermitteln, das entscheidende "Tun" muss aber vom Schüler kommen.

Und es kommt! Manchmal wird von einer Stunde zur anderen plötzlich die Schallmauer durchbrochen. Der Lehrer kann und muss beim Schüler eine Lern- und Entwicklungsfähigkeit voraussetzen, mag sie auch gering und schwankend sein. Die Erfahrung mit vielen scheinbar hoffnungslosen Fällen, die später zu sicheren Fahrern wurden, berechtigt den Fahrlehrer dazu, auch auf die Überwindung " chronischer Krisen " zu vertrauen.

 

Prüfer

Trotz aller Amtlichkeit ist er kein Theoretiker, sondern hat vielfach selbst einmal Schüler ausgebildet. Seine Arbeit ist verantwortungsvoll, hektisch und eintönig zugleich.
Ein Prüfer hat Richtlinien, aber kein "Abschusssoll". Und er hat eine persönliche Note. Der eine ist verliebt in Spiegelbenutzung, saubere Bögen und Bremsbereitschaft, ein anderer wacht eifersüchtig darüber, ob man Fußgängern und Radfahrern schuldigen Respekt erweist. Und ein dritter führt den Prüfling nach jedem Patzer an den Ort des "Verbrechens" zurück. Zeigt dieser Reue, Einsicht und Besserung, so ist ihm verziehen. Wenn nicht, wird er härteren Talentproben unterworfen.

Ist der eine Prüfer beruhigend konservativ eingestellt, so wechselt sein Kollege die Prüfstrecken häufiger als seine Hemden. Trotzdem ist jede Angst vor dem Prüfer überflüssig. Am besten, Sie versuchen zu vergessen, dass er auf dem Rücksitz sitzt. Denken Sie, es sei eine "normale" Fahrstunde

 

Prüfung

Die Angst vor Prüfern ist also unberechtigt. Ein Prüfer unterscheidet sich vom Prüfling nur durch eines: er ist nicht so aufgeregt !
Ob das so bleibt, hängt nicht zuletzt von Ihrer Fahrweise ab. Sie wissen, was auf Sie zukommt, wurden lange genug darauf getrimmt. Der Prüfer hat dagegen keine Ahnung, wem er sich da ausliefert, nachdem er sein Sprüchlein aufgesagt und Starterlaubnis gegeben hat.

Begreiflich, dass Prüfer nur solange entspannt dasitzen, solange man sie nicht mutwillig reizt. Z.B. indem man den Prüfkurs für eine Renn- bzw. Pennstrecke hält oder glaubt, dass Todesverachtung besonders positiv bewertet wird. Auch ein Prüfer hat Familie und hängt am Leben.

Verständnis heißt auch nicht, dass ihm bei Ihren Schnitzern vor Rührung die Tränen kommen. Gelegentlich sagt er: nein, und der Prüfling sollte es gefasst hinnehmen, sollte leiden ohne zu klagen.

Eine Prüfung scheitert nie am fehlenden guten Willen, sondern immer am mangelndem Können. Prüfungsreife beweist man am besten durch die Tat ! Bedenken Sie, dass die Lernschritte immer kleiner werden und "Leistungsschwund" vor der Prüfung im Allgemeinen 10- 25% beträgt. Nur wenigen gelingt es, das Gelernte voll anzuwenden oder sich gar zu steigern.

Gewiss gehört zu einer Prüfung auch etwas Glück. Das Verhältnis Können:Glück sollte etwa 90:10 betragen. Meist gibt das Können den Ausschlag: die Kenntnis der Regeln und die Vertrautheit mit dem Fahrzeug. Halten Sie sich bei der Prüfung an die übliche Reihenfolge : Gehirn einschalten und dann weiter wie im Absatz "Ablauf einer Fahrt" beschrieben.

Anzeichen von Unreif: Anfahren im falschen Gang, Schaltfaulheit, lahme Reaktionen, Abbiegen mit getretener Kupplung, spätes oder falsches Einordnen, fehlender Rückblick, fehlende Bremsbereitschaft, unsaubere Bögen, Anknabbern von Bordsteinen, "Vergessen" von Handbremse, Blinker, Radfahrern, ungenügender (Seiten) Abstand, extremes Schleichen oder zu schnelles Fahren.

Zwei, höchstens drei solcher Patzer insgesamt (nicht von jeder Sorte) lässt ein Prüfer durchgehen. Bei Gefährdung anderer, bei Vorfahrtverletzung, Missachtung von Trennlinien, Zeichen oder Verkehrsampeln, ebenso bei Eingreifen des Lehrers in Lenkung und Bremse ist der Ofen natürlich gleich aus! Hier genügt jeweils ein Fehler.

Dennoch: der Prüfer verlangt nichts Unmögliches. Wenngleich der Wunsch des Prüfers - Sie möchten wenigstens einmal im Leben korrekt und sauber fahren - menschlich begreiflich ist, so kommt der Nutzen des Gelernten ausschließlich Ihnen zugute. Mit Sicherheit haben Sie nichts Unnötiges gelernt. Im
Gegenteil ! Eine einzige Selbstgefertigte Beule kann teurer werden als der gesamte Führerschein. Insofern ist ein "Durchfall" (von der Ich-Kränkung abgesehen) kein Beinbruch. Verhilft er doch manchem zu vermehrter Übung und Selbstkritik.

 

Durchgefallen - was nun?

In jeder Prüfung steckt ein „Restrisiko" - trotz bester Ausbildung und intensiver Vorbereitung. Manchmal sind’s die Nerven, oder man hat ganz einfach einen miesen Tag erwischt. Man kann’s drehen wie man will, Prüfung bleibt eben immer Prüfung...

„Nicht bestanden" ist zwar bitter, aber noch lange kein Beinbruch. Nach negativem Ausgang einer Prüfung sind Ihnen besondere Zuwendung und Service Ihrer Fahrschule gewiss.

Das Urteil umkehren kann der Fahrlehrer zwar nicht, aber er kann Enttäuschung und Verdruss mildern, indem er den „Fall" mit Ihnen nüchtern analysiert und bewertet.

Da ist zunächst die Vorschrift einer Wartezeit von mindestens zwei Wochen. Die soll für weiteres Üben und Lernen zum Ausgleich der in der Prüfung zutage getretenen Mängel genutzt werden. Diese „Auszeit" soll aber auch ein hastiges Hineinstolpern in eine zweite und dritte Prüfung verhindern. Denn bei wiederholtem Misserfolg droht gar Schlimmeres: Nach dem dritten erfolglosen Versuch schreibt die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) eine Wartezeit vor. Warum? Weil die Prüfung kein Lotteriespiel ist, an dem man sich auf gut Glück so oft beteiligen darf wie man bereit ist, den Einsatz zu bezahlen. Wenn es so wäre – dann gute Nacht Verkehrssicherheit!

 

Kontakt halten

Die Fahrschule hält Kontakt mit Ihnen und schlägt alsbald vor, wie es mit der Ausbildung und der Prüfung weitergehen soll. Sie wird dabei nach Möglichkeit Ihre Wünsche berücksichtigen und zu vermeiden suchen, dass ein neuer Prüfungstermin mit anderen Belastungen zusammenfällt.

 

Zusätzlichen Stress vermeiden

Schließlich wird die Fahrschule ihren Teil dazu beitragen, am Prüfungstag zusätzlichen Stress zu vermeiden. Stress entsteht bei der praktischen Prüfung zum Beispiel durch lange Wartezeiten am Wechselplatz. Das kann und muss vermieden werden. Am Wichtigsten aber ist eine sorgfältige Vorbereitung auf die Prüfung durch intensive Nachschulung. Erst wenn die Aufzeichnungen Prüfungsreife signalisieren und sich bei Schüler und Fahrlehrer jene mit Worten schwer zu beschreibende, aber dennoch existente Vorahnung des Erfolgs einstellt, macht eine weitere Prüfung Sinn.

 

Guter Rat ist nicht teuer

Sie sollten am Abend vor der Prüfung rechtzeitig schlafen gehen, den Tag ohne Hektik beginnen, auf von Freunden empfohlene Beruhigungsmittel verzichten und im Übrigen ganz locker bleiben. Weitere Hilfe: Positives Denken. Ein Fahrlehrer hat einmal gesagt: „Die Fahrprüfung ist nicht mehr als eine Fahrstunde für Fortgeschrittene mit einem freundlichen Passagier im Fond." Und dann noch dies: „Wen geht’s eigentlich außer Ihnen, den Prüfer und den Fahrlehrer etwas an, dass Sie morgen Prüfung haben.